Dezentes Understatement

Burkhart Engineering BMW E46 M3 V8

Burkhart Engineering ist ein junges, dynamisches Unternehmen mit Sitz in Oberschwaben bei Ravensburg. Der Autoveredler hat es sich zur Aufgabe gemacht, kostengünstige Alternativen zu preisintensiven Originalersatzteilen zu entwickeln. Meist müssen umfangreiche Komplettsysteme getauscht werden, weil keine Einzelteile auf dem Ersatzteilmarkt verfügbar sind – und genau hier setzt Burkhart Engineering an. Das junge Team ist mit Leidenschaft und dem richtigen Schuss Benzin im Blut am Werk – was ganz besonders an dem hier gezeigten Projekt deutlich wird: Man verbaute kurzerhand einen V8-Motor in einen M3 E46, der ja quasi von Natur aus schon eine Spaßrakete ist. Diese Verheiratung machte uns neugierig!

Bereits als Serienfahrzeug hat der ///M3, welcher von Oktober 2000 bis Dezember 2006 produziert wurde, mit seinem hochdrehenden 3,2-l-Reihensechszylinder-Motor und satten 343 PS die Motorsportgemeinde stets begeistert und eine ganze Generation für sich gewonnen. Wahlweise ausgestattet mit einem Handschaltergetriebe oder dem sequenziellen manuellen Getriebe (SMG), war das Modell für viele BMW-Fans das Nonplusultra. Die zweite Generation des SMGs spaltet bis heute die Anhängerschaft des nach wie vor modern wirkenden E46-Modells. Bekannt aus der Formel 1, hat sich diese Schaltkultur als Vorgänger des Doppelkupplungsgetriebes mit den markanten Zugkraftunterbrechungen während der Schaltvorgänge einen Namen gemacht.

 

 

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S62B50 (S62/M62) statt S54B32 (S54)

Burkhart Engineering stellt unter anderem Ersatzteile für die aussterbende Schaltungsautomatisierung her. Als Hommage an dieses doch sehr komplexe und aufwändige System wurde anstelle des Reihensechszylinders S54 ein V8-Motor S62, bekannt aus dem BMW E39 M5 und dem E52 Z8, verbaut. Da diese Kombination in dieser Form nie in Serie erhältlich war und die Schaltung eine eigene CAN-Leitung sowie ein eigenes Sensorik-Netz benötigt, mussten viele Hard- und Softwareanpassungen durchgeführt werden. Weiterhin wurde unter anderem die Hydraulikeinheit des SMGs aus Platzgründen in den Motorraum verlagert, bis das Projekt einen fahrbaren Zustand erreicht hatte.

Natürlich sollten diese sensiblen Umbauten auch überwacht werden. Dafür wurde kurzerhand ein Datendisplay von AK-Motion für dieses Modell eingebaut und individuell angepasst. Dieses Display, das dem Fahrer alle relevanten Informationen rund um den 500 Nm starken Motor und das automatisierte Getriebe aufzeigt, wird übrigens auch exklusiv bei Burkhart Engineering vertrieben.

 

400 PS im ///M3

Das nunmehr 400 PS starke Aggregat wird mittels Motor- und Wasserkühler des schwedischen Partners DO88 auf Idealtemperaturen gehalten. Für einen guten Luftdurchsatz sorgt der Mishimoto-Elektrolüfter an der Front des Fahrzeugs. Die Luftversorgung des Verbrennermotors wird zusätzlich durch zwei offene K&N-Luftfilter in der vorderen Stoßstange gewährleistet.

 

Nicht nur Leistung, sondern auch Sicherheit und Optik

Für die Negativbeschleunigung des M3 sorgt an der Vorderachse die BMW-Performance-6-Kolben-Bremsanlage des 1er BMW (E82), die über eigene Stahladapter auf die 345-mm-Bremsscheibe abgestimmt ist. Rundherum wurden Stahlflexbremsleitungen für eine konstante Bremsleistung montiert. Die Stehbolzen von Burkhart Engineering an der Rad-Reifen-Combo verhelfen dem Fahrzeug zusätzlich zu einer sportlichen Optik und erleichtern die Radmontage.

Für das entsprechend sportliche Fahrverhalten sorgen härtere Fahrwerkslager von Powerflex und Millway sowie ein ST-XTA-Gewindefahrwerk von KW. Mithilfe der verstellbaren Domlager an der Vorderachse lässt sich die Spur individuell verstellen. Dank der Michelin-„Pilot Sport 4S“-Reifen in CSL-Größen lässt sich das gesamte Drehmoment des Fahrzeugs ausgezeichnet auf die Straße bringen. Somit fährt man auch bei dieser Leistung wie auf Schienen – und  sitzt gleichzeitig sicher in Recaro-„Pole Position“-Schalen mit eigens angefertigten Befestigungskonsolen von Burkhart Engineering. Die Sitze wurden liebevoll mit originalem BMW-Nappaleder in Kiwi-Farbe bezogen.

 

Der markante Kofferraumdeckel des CSL garantiert seinerseits einen sportlich-aggressiven Auftritt und bringt bei höheren Geschwindigkeiten mehr Anpressdruck auf die Hinterachse. Und zu guter Letzt erinnert der Kohlefaserdiffusor an das zeitlose limitierte Sondermodell von BMW.

Wir zollen diesem V8-Projekt größten Respekt – das junge Team von Burkhart Engineering hat da wirklich etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt!

Text: Frank Schwichtenberg

Fotos: Burkhart Engineering

 

 

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