2001er BMW E46 318i

Beasty

E46 im “Two Face-“Look

Sylvia Hauenstein aus dem bayerischen Pommelsbrunn begeisterte sich schon als Jugendliche für BMW, da ihr Vater nahezu ausschließlich Fahrzeuge der Münchener fuhr und bis heute fährt. Der Vater war es auch, dem Sylvia den hier gezeigten E46 318i verdankt. Wobei der BMW, als ihn Sylvia übernahm, keineswegs so dastand, wie er auf diesen Seiten zu sehen ist.

Mit einem kompletten Rieger-Aerodynamik-Kit ausgestattet wurde der E46.

In jungen Jahren reichte Sylvias Budget noch nicht, sich selbst einen BMW zu leisten. Also fuhr sie zunächst VW und Ford. 1990 gelang es aber, ein E30-Cabrio als Sondermodell in Blau zu ergattern. Welches allerdings wegen Nachwuchs verkauft werden musste, da sich kein Kinderwagen verstauen ließ. Damit war das Thema BMW selbstredend nicht erledigt. Es folgten ein 1er 118d der ersten Generation sowie ein 118i der zweiten Generation. Beide begeisterten Sylvia allerdings nicht sonderlich.

Standesgemäßer Tiefgang dank ST-XTA -Gewindefahrwerk.

Im Januar 2003 präsentierte Sylvias Vater seiner BMW-begeisterten Tochter stolz ein neues E46 318i Coupe in „Titansilber“, welches im Juni 2001 gebaut worden war und anderthalb Jahre im Schaufenster eines BMW-Händlers in Hersbruck gestanden hatte. Sylvia wunderte sich zunächst, dass sich ihr Vater seinen ersten Vierzylinder gekauft hatte. Er schien den Wagen aber sehr zu mögen, da der BMW nur bei schönem Wetter gefahren und überaus intensiv gepflegt wurde. Sylvia konnte das gut verstehen, weil auch sie reichlich Gefallen an dem 318i fand. „Der November 2009 hat mein Leben verändert, als mich mein Vater fragte, ob ich sein Auto haben möchte, mit nur 34.000 Kilometern“, erzählt Sylvia und sagt, dass sie nun wirklich nicht zweimal gefragt werden musste. Zeitnah wurde der BMW umgemeldet, und Sylvia war stolze Besitzerin eines der Autos ihres Vaters.

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Den E46 fuhr Sylvia fortan täglich, auch bei Wind und Wetter. In Sachen Tuning passierte zunächst nichts. Erst 2018 wurde der Wunsch nach Modifikationen immer größer. Was sich dann in einem schwarzen Kühlergrill, schwarzen Blinkern und schwarzen BMW-Emblemen äußerte. Ein „böser Blick“ durfte zudem nicht fehlen. Eigentlich hätte gemäß Sylvia auch eine neue Frontstoßstange hergemusst – etwas Besonderes, was nicht jeder hat. Doch das war schwer zu finden. „Nach etlicher Zeit habe ich im Rieger-Katalog eine Stoßstange im E92-Look gesehen und mich sofort verliebt. Aber irgendwas fehlte mir noch auf der Motorhaube“, blickt Sylvia zurück. Abhilfe wurde zunächst mit Zierstreifen und später auch noch „Tiegerkrallen“ geschaffen.

Nachdem Sylvia bei Instagram aktiv geworden war, schrieb sie mit vielen Autoliebhabern. Sie wurde Mitglied der „The 46ERS“ und gründete mit „Bimmers_overload“ schließlich ihre eigene Insta-Gruppe. Was Sylvia, wie sie sagt, so sehr anspornte, dass sie mehr aus ihrem 3er machen wollte. Zwecks Beratung fuhr sie dann zu Aulitzky Tuning in Neuendettelsau, weil es ein kompletter Rieger-Umbau werden wollte. In dem Zuge fiel auch die Wahl auf 19-Zoll-Keskin-„KT22“-Felgen und ein stahlverzinktes ST-XTA-Gewindefahrwerk – alles perfekt eingestellt und eingetragen, versteht sich! „Für mich musste noch ein komplett neuer Look her, so eine Art ‚Two Face‘-Design“, erklärt Sylvia und bedauert, dass die erste Folierung in die Hose ging, da nicht fachgerecht gearbeitet wurde. Einige Monate später brachte sie den BMW dann zu den Spezialisten von B7 Folien Detailing. Worauf die Nürnberger Sylvia ein Grinsen ins Gesicht zauberten.

Neu bezogen wurden die Sitze.

Was noch fehlte, war eine Leistungssteigerung. Also musste die Spezialwerkstatt Motoren Bauer in Weilheim zwecks Softwareoptimierung ran. Auch wurden von Stephan Paternoga – PS-Motorentechnik an dem N42 B20 viele Dichtungen sowie die Steuerkette erneuert. Letztere muss nach nunmehr fünf Jahren allerdings bereits wieder ausgetauscht werden, da die Schiene gebrochen ist. Alles in allem traut Sylvia dem Triebwerk bei guter Pflege eine lange Laufzeit zu – 218.000 Kilometer hat der Motor bereits auf der Uhr, läuft aber sauber und ruhig dank der V-Schmiede in Berg.

Ähnlich viel Aufmerksamkeit wie in die Technik und das Exterieur hat Sylvia in das Interieur gesteckt, wozu sie sagt: „Die Inneneinrichtung habe ich mit viel Liebe gestaltet.“ Sichtbar wird das unter anderem durch neue Bezüge an Sitzen, Armlehnen und Leisten sowie dem ebenfalls erneuerten Dachhimmel. Dann fällt auf der Beifahrerseite unterhalb der Airbag-Abdeckung noch der Schriftzug „Beasty“ auf. Sylvia verrät, dass so nicht allein das große Wolfs-Maskottchen auf dem Rücksitz heißt, sondern dass auch das Auto so benannt ist. Alles in allem sind bisher 25.000 Euro für die Umbauten mit Lackierungen und Folierungen sowie größere Reparaturen geflossen. „Im Großen und Ganzen bin ich zu 1000 Prozent zufrieden mit meinem Beasty“, resümiert Sylvia und ist sich sicher, dass der BMW später einmal eine schöne Erinnerung an ihren Vater sein wird …

Text: Michael Stein
Fotos: Frank Schwichtenberg

Mittlerweile 218.000 Kilometer gelaufen hat der N42 B20.

Feature Facts: 2001er BMW E46 318i

Motor: BMW-N42-B20-Vierzylinder, 1995 ccm, 176 PS bei 6046 U/min, 252 Nm bei 3688 U/min

Kraftübertragung: 5-Gang-Schaltgetriebe

Fahrwerk: stahlverzinktes ST-XTA-Gewindefahrwerk

Bremsen: Scheibenbremsen

Räder: Keskin-„KT22“-Felgen in 8,5 x 19 Zoll ET 35

Reifen: Hankook „Ventus S1 Evo3“ in 225/35-ZR19 (vorne) und 245/30-ZR19 (hinten)

Karosserie: “Two Face-“Look, Rieger-Aerodynamik-Kit, schwarzer Kühlergrill, schwarze Blinkern, schwarze BMW-Embleme, „böser Blick“

Innenraum: Dachhimmel, Sitze, Armlehnen und Leisten neu bezogen

Nachdem Sylvia im vergangenen Jahr mit ihrem E46 bei einem Treffen des BMW Club Naabtal e.V. war, ist sie 2025 Mitglied geworden.
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