30 Jahre Z3

BMW Z3 als Bondcar

Der Z3 verkörpert wie kaum ein anderes Automobil den modernen Roadster. Mit dem Mazda MX-5 begann zu Beginn der 90er Jahren der Roadster-Hype. 1995 kamen, neben dem Z3, der MG F und der Barchetta von Fiat auf den Markt. Erst 1996 folgte der Mercedes SLK und 1998 der Audi TT. 30 Jahre BMW Z3 – ein Rückblick.

Mit dem Z3 knüpfte BMW an das Roadster-Konzept des Z1 an, der 1987 auf der IAA vorgestellt wurde und durch seine moderne Form sowie die versenkbaren Türen bestach. Der Z3 machte jedoch eher Anleihen an den BMW 507, der 2025 ebenfalls Jubiläum feiert, nämlich 70 Jahre. Die seitlichen Lufteinlässe und die im Gegensatz zum Z1 runde Form erinnern an den ersten wirklichen BMW Roadster, mit dem das Unternehmen Jagd auf den Mercedes 300 SL machte – leider vergeblich, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Produktion des BMW Z3 startete im September 1995 in den USA im Werk Spartenburg. BMW wollte den amerikanischen Roadster-Markt aufmischen. Auch ging es darum, unabhängiger von Wechselkursschwankungen zu sein.
Der Wagen fällt vor allem durch die lange Motorhaube und die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle auf. Die Heckscheibe ist aus Kunststoff und mit einem Reißverschluss am Verdeck befestigt, wodurch sie leicht getauscht werden kann.
Die technische Basis für den Zweisitzer war die 3er-Baureihe E36. Fahrwerk, Antrieb und viele Elemente des Interieurs kamen aus dem 3er-Baukasten, die verkürzte Bodengruppe, Vorder- und Hinterachse vom 3er Compact. Der Roadster wurde als E36/7 und das spätere Coupé mit E36/8 bezeichnet.

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Berühmtheit erlangte der Z3 auch 1995 durch einen Auftritt im James-Bond-Film „Golden Eye“. James Bond, gespielt von Pierce Brosnan, fährt in diesem Film zum ersten Mal einen BMW Z3, der allerdings nur in zwei Szenen zu sehen ist. Dennoch ein sensationeller Marketing-Erfolg. In vielen nachfolgenden James-Bond-Filmen waren dann BMW zu sehen.

Zunächst kam der Z3 mit dem 115 PS starken 1,8-l-Zweiventiler und dem 1,9-l-Vierventil-Aggregat aus dem BMW 318 is, der immerhin 140 PS besitzt, auf den Markt. Dieser entwickelte sich, auch wegen des Drehmoments von 180 Nm, zum Erfolgsschlager.
1996 stellte BMW den Roadster mit einem  2,8-l-Reihensechszylinder-Motor vor. Der Wagen ist, aufgrund der breiteren Kotflügel hinten und den beiden Begrenzungsleuchten in der vorderen Stoßstange, gut zu erkennen.

Für Aufsehen sorgte die Ankündigung des Z3 M Roadster, 1997. Er besitzt den 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor mit 321 PS des E36 M3. Einige Anpassungen an Fahrwerk, Auspuffanlage, Elektrik, Karosserie und Interieur gingen damit einher.
Eine besonders gelungen Variante ist das Z3 Coupé, von dem nur 17.815 Exemplare gebaut wurden – und davon immerhin 6.291 M-Coupés. Der liebevoll als „Turnschuh“ bezeichnete Shooting-Brake erfreut sich aktuell großer Beliebtheit und ist gesucht. Drei Varianten existieren: das Z3 Coupé 2.8, das Nachfolgemodell Z3 Coupé 3.0 und das M Coupé mit 321/325 PS und 3,2 l Hubraum.

Im April 1999 wurden Roadster wie Coupé einer Modellpflege unterzogen. Das Heck erhielt eine neue Form mit hochgezogenen Kotflügeln, L-förmigen Rückleuchten und einer geschwungenen Heckklappe. Die Frontscheinwerfer wurden mit Chromringen eingefasst, die Instrumente der Mittelkonsole verändert, und das Verdeck bekam ein Innenverdeck spendiert.
In diesem Zuge wurden auch die Motorvarianten an die aktuellen Ausführungen angepasst.

Der Z3 war, obwohl es sich eigentlich um ein Nischenprodukt handelte, äußerst erfolgreich und übertraf die Erwartungen. Mehr als 190.000 Fahrzeuge wurden von BMW produziert.

Im Juli 2002 stellte BMW die Produktion des Z3 zugunsten des ab Herbst zuerst in der USA und ab 2003 in Deutschland erhältlichen BMW Z4 ein. Dieser verfolgte ein ähnliches Konzept, wirkte von der Form her jedoch wesentlich moderner.

Text: Olaf Nattenberg
Fotos: BMW Group Archiv

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