1975er BMW 2002

Eine Rakete für die ganze Familie

Dirks Alpina 02 ist ein echtes Vier-Generationen-Auto

1971 leuchteten die Augen von Dirks Vater nicht schlecht, als sein erster Neuwagen ausgeliefert wurde, und auch der zehnjährige Sohn war von den Socken. Was ein BMW 2002 tii in Blau Metallic eben so auslöst. Spätfolge: 45 Jahre später musste wieder ein 02er her!

Der tii war natürlich DER Gesprächsstoff und löste enorme Begeisterung aus. Einen kleinen Auffahrunfall nahmen die beiden BMW-Fans 1973 nicht als Drama, sondern als tolle Gelegenheit für eine private LCI wahr – endlich konnten sie die nun die langen ersehnten eckigen Rückleuchten einsetzen. „Die neuen Rückleuchten wurden damals so bewundert, dass die Prägung bei mir bis heute anhält und für mich Rückleuchten im 02 ganz entgegen dem Mainstream einfach eckig sein müssen.“

Die Jahre gingen ins Land, der kleine Dirk wuchs zum großen Dirk heran und tat das, was er vom Herrn Papa gelernt hatte: eine Familie zu gründen und aktuelle BMW-Modelle zu fahren. Damit war 2016 aber Schluss, als der oldtimervernarrte Freund Christian in einem Skiurlaub fragte, warum Dirk seinem X6 eigentlich kein Altblech zur Seite stelle. „Meine Antwort, dass ich sowas nicht brauche, hat er einfach ignoriert. Er ließ nicht locker, von wegen nur mal angenommen wenn, welches Fahrzeug könnte es denn sein? Da fiel mir nur der 02 ein, der mir in meiner Kindheit und auch meinem Vater sehr viel Freude gebracht hat. Freude am Fahren eben.“ Diese Information reichte Christian – der Urlaub war noch nicht zu Ende, da hatte er schon einen Besichtigungstermin organisiert, und Dirk brauchte den 02 nur noch zu kaufen.

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Womit ging es heim? Nicht mit einem 130-PS-tii, sondern „nur“ einem 2002 – der aber von einem Vorbesitzer fachgerecht mit einem zeitgenössischen Alpina-Power-up geadelt worden war. Das betraf freilich in erster Linie den M10, der mit zwei 45er Weber-Doppelvergasern anstatt der werksseitigen Solex-Flachstromer, einer scharfen Nockenwelle nebst größerer Ventile, Schmiedekolben und einer Bearbeitung des Zylinderkopfes auf den potenten Alpina-A3-Status gebracht wurde. In Kürze: 165 PS bei beachtlichen 7055 Touren, 199 Nm bei 4515 U/min, 205 km/h Spitze, Spaß ohne Ende.

Nach und nach fielen allerlei Arbeiten an – so mussten etwa das Alpina-Fünfgang-Schongetriebe, die Achsen, die Bremsen und auch das Dekor auf Vordermann gebracht werden. Darum kümmerte sich gern Reiner von Ahrend 02 Tuning aus Rösrath, der den Wagen dabei gleich fit für die gesteigerte Leistung machte. Für bessere Performance sorgt nun eine elektronische 123-Zündung; für freieres Ausatmen die Edelstahl-Auspuffanlage mit Fächerkrümmer.

Mit Bilstein-Dämpfern, H&R-Federn, verstellbaren Stabis, Domstreben und 40-Prozent-Sperrdifferenzial zischt die Mittelklasse-Rakete nicht nur rasant nach vorn, sondern auch durch die Kurven und vernichtet überschüssiges Tempo prompt und zuverlässig dank der Bremsanlage vom 02 turbo mit innenbelüfteten Scheiben vorn. Obendrein wollte ein neuer Alpina-Dekorsatz verklebt werden, um das Fahrzeug zum absoluten Schmuckstück zu vollenden. Auf Clubausfahrten kommt der flotte Bayer seither regelmäßig zum Einsatz, bei schönem Wetter sowieso.

Vorübergehend graue Wolken schuf ein durch Materialermüdung ausgelöster Motorschaden, den Reiner nach allen Regeln der Kunst behob; seine Feuertaufe bestand das neu aufgebaute und von der Firma VGS in Köln abgestimmte Triebwerk wenig später bravourös auf der Bavaria Tour 2021. Tatkräftige Unterstützung kommt aber auch aus dem Kreis der Familie, freut sich Dirk: „Aktiv an Pflege, Wartung und Bewegung des 02 beteiligt sich mein Sohn, ebenfalls ein eingefleischter BMW-Fahrer; meine Enkelin fährt mit ihren zwei Jahren bislang einfach nur gerne mit. Nachdem der Wagen nun komplett ohne Rücksicht auf Verluste durchgeschraubt ist, ist er so gut, so kompromisslos wie nie zuvor. Der 02 fährt sich rundherum aufregend, den findet auch mein Vater ziemlich klasse!“

Text: Arild Eichbaum
Fotos: Frank Schwichtenberg

Die eckigen Rückleuchten waren für Dirk schon als Kind ein Muss.
Subwoofer und Batterie müssen sich mit der hinteren Ahrend-Domstrebe arrangieren.
Dokumentenmappe und Sitznähte tragen natürlich Alpina-Couleur.

 

 

 

 

 

 

Feature Facts: 1975er BMW 2002

Motor:
R4 M10, 1977 ccm, 2 Weber-Doppelvergaser 45 DCOE 152, elektronische 123-Zündung, 165 PS bei 7055 U/min, 199 Nm bei 4515 U/min, Fächerkrümmer mit Edelstahl-Auspuffanlage

Kraftübertragung:
Alpina-Fünfgang-Schongetriebe, Sperrdifferenzial 40%, Hinterradantrieb

Fahrwerk:
Bilstein-Dämpfer, H&R-Federn, verstellbare Stabis, Ahrend-Domstreben

Bremsen:
02-turbo-Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheiben vorn

Räder:
Alpina Multispeiche in 7 x 15 ET12

Reifen:
Pirelli “Cinturato P1” in 195/50/15

Karosserie:
Alpina Front- und -Heckspoiler

Innenraum:
Recaro-Sitze im Alpina-Design, 350-mm-Momo-Alpina-Lenkrad, Bezüge und Mäppchen in schwarzem Leder mit Alpina-Nähten

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