1987er E30 V8 von Liteglas

Racetrack-E30

Von Anfang an: Tiefer, breiter, lauter!

Seit 2009 geht Andre Jaschinski aus Kiel in verschiedenen Rennserien erfolgreich an den Start. Angefangen hatte alles mit dem Aufbau eines für gerade mal 40 Euro bei eBay ersteigerten schrottreifen E30, dem der hier gezeigte 3er folgte. Welcher gar ein Geschenk war, sich vor der Mutation zum V8-Boliden aber ebenso marode wie der erste E30 zeigte.

Andre Jaschinskis E30 in Frontposition beim Start am Lausitzring.

Sein allererstes Auto – einen 75 PS starken 1,6er Golf 2 – kaufte Andre Jaschinski im Alter von 17 Jahren. Worauf der VW bis zum achtzehnten Geburtstag mit väterlicher Hilfe umgebaut wurde. „Tiefer, breiter, lauter“ galt von Anfang an als Motto! 2006 dann der erste Rennwagen: der eingangs erwähnte E30 aus dem Netz. Der schrottreife 4-Türer mit Motorschaden wurde wiederum als Vater-Sohn-Projekt aufgebaut. Mit einfachen Mitteln entstand im Laufe von drei Jahren ein Fahrzeug, mit dem der seinerzeit schon im Kart-Slalom erfolgreiche Schüler fortan „richtige“ Autorennen fahren konnte. Nicht ohne beeindruckende Siege! Von 2009 bis 2011 war Andre Jaschinski in jedem Jahr schleswig-holsteinischer Landesmeister im Rennsprint Cup – wodurch das Vater-Sohn-Duo so richtig angespornt wurde. Nachdem das Potenzial des ersten E30 allerdings ausgereizt schien, sollte der aktuelle E30 folgen. Den hatte man 2011 zum erwähnten Nulltarif als 2-Türer ohne Schiebedach bekommen, wiederum in katastrophalem Zustand. Trotzdem hatte der BMW genügend Substanz, um einen erfolgversprechenden Komplettaufbau von der Rohkarosse an zu starten.

Unter anderem in den DMV Classic Masters überaus erfolgreich: Andre Jaschinski.

In der Garage der Jaschinskis in Kiel gehörten die ersten zwei Monate allein den Blecharbeiten. Rundum wurde der Rost entfernt und jede maßgebliche Stelle nachgeschweißt und verstärkt, um der Karosserie zu einer soliden Grundsteife zu verhelfen. Danach stand der Einbau der komplett selbstgefertigten Sicherheitszelle auf dem Programm. Zudem wurde der BMW mit allen notwendigen motorsporttauglichen Komponenten ausgestattet. Wozu unter anderem ein Sparco-„Circuit“-Sitz mit Sparco-6-Punkt-Gurt und einem HANS-System als Kopfrückhaltevorrichtung gehört. Auch wurde ein KW-Competition-Fahrwerk in Kombination mit 30-mm-Spurplatten zum Einsatz gebracht, ergänzt von einer einstellbaren Uniball-Hinterachse mit 70%-Sperrdifferenzial. Zur weiteren Ausstattung zählt ein MK60-Renn-ABS. Für wirksame Verzögerung sorgen mit Pagid-„RSL29“-Belägen bestückte vordere 8-Kolben- und hintere 2-Kolben-Bremsen. Was die Räder angeht, fiel die Wahl auf Motec-„Nitro“-Felgen in 9 x 17 Zoll, welche mit 235/610er-Goodyear-Slicks bezogen sind. Mit einem M3-Evo-Heckflügel sowie Carbon-Splitter wurden zudem Aerodynamik-Teile verbaut, ebenso wie eine der Gewichtsreduzierung dienliche Liteglas-Frontscheibe, welche beheizbar ist.

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Die Leichtglas-Frontscheibe entstand im Rahmen der Zusammenarbeit mit Liteglas, einer Marke der Zentrale Autoglas, die Jaschinski Motorsport als technischer Partner und Sponsor begleitet. Liteglas ist auf fahrzeugspezifische Glaslösungen spezialisiert, darunter Sonderanfertigungen für Motorsport-, Oldtimer- und Einzelprojekte mit Straßenzulassung. Die Fertigung erfolgt nach DIN EN ISO 9001. Weitere Informationen: www.zentrale-autoglas.de

Eine bei Positionskämpfen hervorragende Figur macht der E30 von Andre Jaschinski.

Zurück zu Andre Jaschinskis E30: Dessen Herzstück ist ein aus einem E34 540i stammender 4-Liter-V8, welcher keineswegs serienmäßig belassen, sondern bezüglich all seiner Innereien komplett neu zu einem 290 PS starken Triebwerk mit 450 Nm maximalem Drehmoment aufgebaut wurde. Die V8-Aufrüstung war alles andere als ein Kinderspiel. Da der Motor so weit wie möglich hinter der Vorderachse untergebracht werden sollte, war es notwendig, umfangreiche Modifikationen an der Karosserie vorzunehmen. Neben unter anderem bearbeiteten Zylinderköpfen verfügt der M60B40 über eine direkt durch die Niere atmende Ram-Air-Eigenbau-Ansaugung. Eigenbau ist auch die über zwei 100-Zellen-Renn-Katalysatoren verfügende Auspuffanlage. Mit einem CAE-Shortshifter kombiniert wurde das 5-Gang-Getriebe.

Fertig zum ersten Roll-out war der E30 im Frühjahr 2013, worauf Andre Jaschinski viele weitere Siege einfahren konnte. So wurde er beispielsweise 2014 und 2016 Meister im Gesamtklassement des Padborg Rennsprint Cup, während er sich 2023 und 2025 den Meistertitel der DMV Classic Masters sichern konnte. Vieles weitere Wissenswerte unter: www.jaschinski-motorsport.de

Text: Michael Stein
Fotos: Zentrale Autoglas

Start Hockenheimring.

 

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