1979er BMW 323i E21

    1979er BMW 323i E21
    1979er BMW 323i E21
    Kreuzspeichen-Alus und Alpina-Akzente: So sah der 323i-Jugendtraum von Millionen aus.

    Mit dem 3er alte Liebe neu entdeckt

    BMW 323i E21 Seit Jugendtagen blau-weiß unterwegs sind hier manche, das steht mal unumstößlich fest. Doch bei den wenigsten liegt die Zeit der Reife schon etliche Jahrzehnte zurück wie bei BMW-Fan Heinz-Gerd

    „Bereits mit elf oder zwölf Jahren hatte ich mein Fahrrad mit einem 34-ccm-Rex-Hilfsmotor ausgerüstet und drehte bei jeder Gelegenheit meine Runden, vorzugsweise auf dem elterlichen Grundstück“, schildert Heinz-Gerd seinen Eintritt in die Individualmobilität. Es folgte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Thabe und Sohn in Dortmund. „In den dreieinhalb Jahren konnte ich an allen zu der Zeit auf den Straßen fahrenden BMW meine Schrauber-Fähigkeiten erwerben.” Dazu gehörten etwa die Isettas von 250 bis bis 600 ccm, der 700 und auch die noblen V8.

    1979er BMW 323i E21
    Die Sechszylinder-Modelle der ersten 3er-Reihe waren leicht an den Doppelscheinwerfern zu erkennen.

    Meisterwerk: Der BMW 323i E21

    „Aufgrund meiner körperlichen Statur kam ich jedoch im letzten Lehrjahr zu den Nutzfahrzeugen von Hanomag, die Thabe und Sohn auch vertrieben. Gerade, als der BMW 1500 auf den Markt kam!”, berichtet Heinz-Gerd. „Da für mich keine Chance bestand, an den sehr modernen Autos arbeiten zu können und die Bezahlung nicht die beste war, kehrte ich dem Betrieb den Rücken.“ Nach Gastspielen bei Kässbohrer und beim Barras legte er im Februar 1970 die Meisterprüfung im Kraftfahrzeug-Mechaniker-Handwerk als Jahrgangs-Jüngster in allen Fächern mit „gut“ ab.

    Als Heinz-Gerd Ende der Siebziger bei einer großen Versicherung als Kfz-Sachverständiger anfing, begann seine BMW-Karriere mit einem gebrauchten 518, den kurz darauf ein 320/6 E21 ablöste. „Der entwickelte natürlich mehr Dampf und hat mir richtig viel Spaß gebracht. In den weiteren Jahren fuhr ich neben anderen Fabrikaten immer wieder BMW-Fahrzeuge.“ Nachdem ein SLK zunehmend gesundheitsbedingte Probleme beim Ein- und Aussteigen bereitete, war Umorientierung angesagt.

    1979er BMW 323i E21
    Die goldene „Kriegsbemalung” am „Schneeschieber” darf natürlich nicht fehlen.

    „Ich schaute nach Fahrzeugen mit hohem Spaßpotential, zu denen ich auch eine emotionale Bindung hatte. Nach einigen Probefahrten, unter anderem mit Porsche 968, BMW 3.0 CSi und MG, entdeckte ich Anfang 2017 den 323i aus 1979 – fast so wie mein alter 320/6!”, wie Heinz-Gerrd feststellte. „Gemeinsam mit der besten Ehefrau von allen erfolgte die Besichtigung recht zeitnah. Der Anbieter betreibt in Haselünne einen sehr ansehnlichen Lackier- und Karosseriebetrieb und wollte sich einen M3 oder Porsche 911 zulegen, wofür der 323i Platz machen sollte. Der Wagen war von 2013 bis 2014 restauriert und komplett im Original-Farbton neu lackiert worden. Nun, wir wurden uns recht schnell über den Kaufpreis einig, und bereits im März 2017 konnte ich den BMW auf meinen Namen zulassen.”

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    Motor: 1979er BMW 323i E21
    Zubehör von Rang und Namen: Hartge-Goodies für mehr Spaß, Alpina-Strebe für mehr Steife.

    Als potentes Topmodell der E21-Reihe war der 323i ein Jugendtraum von Millionen und ging durch halb Europa. Was der Jugend noch mehr einheizte, war ein getunter 323i. Zu diesem mutierte das Muster einer Sportlimousine weniger anhand des vollen Alpina-Ornats denn des Fahrwerks mit Bilstein-Dämpfern, H&R-Federn mit 30 mm Tieferlegung sowie einer Alpina-Domstrebe. Hierzu ermittelt der Eigner noch Genaueres. Burkhards Multispeichenräder zogen allerdings den Kürzeren gegenüber lackierten und polierten Felgen im BBS-Design. Der ab Werk 143 PS und 190 Nm liefernde Einspritzer wurde in zurückliegender Zeit mithilfe von Hartge-Teilen optimiert und mit einem Hartge-Ventildeckel gekrönt. Für den guten Ton sorgt die Sport-Abgasanlage, fürs Prestige die beiden dem 323i vorbehaltenen Endrohre.

    Innenraum 1979er BMW 323i E21
    Anderswo gab‘s Sport-Karo, BMW hatte Sport-Cord. Selbstverständlich optional. Klassische Schönheiten: Alpina-Sportlenkrad vor fahrerorientiertem Cockpit und in der Mitte der passende Schaltknauf. Natürlich in jeder Farbe, solange es Schwarz ist.

    „In der zurückliegenden Zeit habe ich die unterschiedlichsten kleinen Defekte wie diverse Öl-Leckagen behoben. Natürlich wurden in den letzten zweieinhalb Jahren auch diverse Wartungs- und Pflegearbeiten, teils in Eigenregie, durchgeführt. Das reale Fahren ist einfach nicht zu beschreiben – der Sound, die Power sind einfach top! An einer Tankstelle in Dortmund wurde ich von PS-Profi Jean Pierre Kraemer auf mein Auto angesprochen und mit Daumen nach oben verabschiedet. Noch nie haben sich so viele freundliche und herzliche Kontakte zu fremden Menschen ergeben haben wie mit meinem ‚alten‘ Auto. Diese Erfahrung ist sicher der der größte Gewinn, den man mit einem Oldtimer erlangen und im wahrsten Sinne erfahren kann.“ Angenehm bescheiden, der Gute! Einen weiteren Gewinn wollen wir aber nicht vorenthalten: den eines Show & Shine-Pokals bei der BMW SCENE Show 2019.

    Text: Arild Eichbaum
    Fotos: Frank Schwichtenberg

    Daten 1979er BMW 323i E21

    Motor: M20B23-SOHC-12v-Reihensechszylinder, 2.316 ccm, 143 PS bei 6.000/min, 190 Nm bei 4.500/min; Bohrung x Hub in mm: 80 x 76,8; Verdichtung 9,5:1; Bosch-K-Jetronic, Hartge-Ventildeckel, Sport-Abgasanlage
    Kraftübertragung: Fünfgang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb, Sportdifferenzial mit Sperre
    Fahrwerk: H&R-Federn, 30 mm Tieferlegung, Bilstein-Stoßdämpfer, Domstrebe
    Räder: Leichtmetallräder im BBS-Design in 7,5 x 16” vorn und 9 x 16” hinten
    Reifen: Maxxis „Victra” in 215/40 R16 vorn und in 225/40 R16 hinten
    Karosserie: Komplett-Neulackierung im originalen „Turmalin metallic“, Alpina-Dekor und -Frontspoiler
    Innenraum: Sportlenkrad und Schaltknauf von Alpina, BMW-Sportsitze

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