„Hillclimb” im Schlossgarten Goodwood

    Event / Goodwood Festival of Speed (Vereinigtes Königreich)

    The Dukes of Richmond

    Für Motorsportbegeisterte gibt es auf dem Anwesen des Duke of Richmond beim Goodwood Festival of Speed noch mehr Action als in Hazzard County – und mehr Abwechslung: Während die Duke Boys mit immer demselben Modell über die staubige Pisten brettern, ist beim „Hillclimb” in Goodwood jedes Jahr eine Zusammenstellung historischer Renner vom Allerfeinsten zu bewundern. Dieses Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Peaks of Performance – Motorsport’s Game Changers“. Eine Steilvorlage für die im Rennsport verwurzelte Marke BMW.

    Tourenwagen-Weltmeister Roberto Ravaglia ließ sein Arbeitsgerät zur Freude der Fans über die Piste fliegen.

    Goodwood Festival of Speed zeigt Tradition und Neues

    Nicht nur thematisch – 2017 standen Rennwagen im Mittelpunkt, die den Sport veränderten und prägten – war das Goodwood Festival of Speed ein Heimspiel für BMW: Denn wenn auch keine Modelle mit dem weiß-blauen Logo in Großbritannien vom Band laufen, fertigt die BMW Group seit 2003 in einem eigens errichteten Werk nur wenige Kilometer von Goodwood House entfernt die Nobelkarossen der Konzernmarke Rolls-Royce. Im Schlosspark von Goodwood House, dem Sitz des Duke of Richmond, wird das Festival of Speed seit 1993 abgehalten und ist offiziell als Bergrennen klassifiziert. Auf der knapp zwei Kilometer langen Piste, die eher einer Landstraße ähnelt, können die Zuschauer die vorbeidonnernden Boliden aus der Nähe erleben. Ganz in alter Manier dienen Strohballen und Alleebäume statt Leitplanken und FIA-Zäunen als Begrenzung.

    Ganz klar ein „Game Changer” war 1983 der Brabham BMW BT52, der als erstes Fahrzeug mit Turbomotor den Weltmeistertitel in der Formel 1 errang.

    In der American Le Mans Series wurde dieser M3 GTR E46 mit 4,0-Liter-V8-Motor eingesetzt.

    Den je nach Abstimmung bis 1.400 PS starken Boliden steuerte in Goodwood der langjährige Formel-1-Fahrer Riccardo Patrese, der 1983 zum Team von Brabham BMW gehörte. An den Erfolg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1999 erinnerte der Auftritt des BMW V12 LMR. Er wurde von dem Italiener Pierluigi Martini gesteuert, der in dem offenen Zwölfzylinder-Sportwagen der LMP-Klasse gemeinsam mit Joachim Winkelhock und Yannick Dalmas, betreut durch Schnitzer Motorsport, den Gesamtsieg bei dem legendären Langstreckenrennen an der Sarthe erreichte.

    Als Mischung zwischen Grand Prix von Monaco und Pferderennen in Ascot beschrieb die Times einmal treffend die Atmosphäre in Goodwood.

    Ein Schmankerl waren auch die Durchgänge des BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé, in dem der Rennbaron Huschke von Hanstein zusammen mit Walter Bäumer 1940 die Mille Miglia gewann. BMW hatte das von Carozzeria Touring in Mailand mit einer Alukarosse eingekleidete Leichtbau-Einzelstück 2002 zurückgekauft und restauriert. Ebenso erwartungsvoll fieberten viele Fans den Läufen des Champion der Champions, des erfolgreichsten Tourenwagen-Rennwagens aller Zeiten entgegen: nämlich denen des M3 E30 Gruppe A. Roberto Ravaglia, der 1987 mit dem BMW M3 die erstmals ausgetragene Tourenwagen-Weltmeisterschaft gewann und zwei Jahre später auch den Titel in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft holte, saß in Goodwood persönlich am Steuer.

    Beim 24h Rennnen von Le Mans konnte BMW mit dem Zwölfzylinder-Roadster den Gesamtsieg einfahren.
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    Im Innenhof des Schlosses präsentierte BMW derweil unter anderem den i8 „Memphis Style”, der in Zusammenarbeit mit der Firma Garage Italia Customs gestaltet wurde. Das Einzelstück ist zwar kein offizielles Art Car, dafür können sich i8-Kunden in einer begrenzten Auflage den Elektro-Sportler in dem knalligen Design gestalten lassen. Und einen weiteren 8er hatte BMW mit nach Goodwood gebracht: das 8-Series Concept gab einen Ausblick auf das angekündigte Coupé an der Spitze der Modellpalette. Eine M8 GTE Version, die unter anderem in Le Mans antreten wird, ist bereits beschlossene Sache und damit ein potentieller weiterer Meilenstein der zukünftig in Goodwood zu sehen sein wird.

    Text: Frank Mundus

    Fotos: Hardy Mutschler für BMW Group