2019er BMW M240i F22

Lady Tuning

Manhart-Widebody in Damenhand

Schon im Kindesalter hatten Autos und Motorräder es Linda sehr angetan, wobei die Marke BMW klar dominierte. Kaum überraschend wirkte sich das auf die spätere Fahrzeugwahl aus, wie ihr 400-PS-Prachtstück belegt.

Für die individuell-dynamische Note gibt es Rückleuchten im M4-GTS-Stil.

Bereits das zweite Auto der mittlerweile 27-jährigen Troisdorferin war ein BMW 118d, den sie jedoch nach einem halben Jahr verkaufte. Der selbstzündende Kompaktwagen hatte Linda nicht komplett überzeugt. Ein anderer Hersteller kam nicht in Frage, ein potenteres Stufenheck umso mehr: „Im Januar 2023 habe ich mir den Traum vom M240i F22 erfüllt. Zunächst schwankte ich zwischen dem 140i und 240i. Der 2er hat mich schließlich durch die ‚Angel Eyes‘ gecatcht. Da macht man auf der Autobahn gleich Platz, wenn die im Rückspiegel auftauchen. Dazu die gelungene Coupé-Form – das Gesamtpaket stimmte einfach!“ Unter der Haube bot der ideelle Nachfolger des 135i – und des M235i F22/23 mit dem N55-Sechser – die schwer vermisste Pferdeherde: Mit 340 PS gab weit mehr als doppelt so viele muntere Traber wie im Diesel und an der Fahrdynamik verständlicherweise erst einmal nichts auszusetzen.

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Seinen Auslieferungszustand zu behalten, blieb dem unterhalb des M2-Trios positionierten Sportwagen im wahrsten Sinne des Wortes indes nicht gegönnt – das Bessere ist nun mal der Feind des Guten: „Super glücklich und zufrieden mit dem Coupé, habe ich angefangen, die ersten Kleinigkeiten zu verändern. Das waren zum einen eine Frontlippe sowie ein Heckdiffusor von Zaero und Tieferlegungsfedern von H&R. Recht schnell folgten außerdem neue Felgen von Japan Racing. Mit dem damaligen Gedanken ‚Der Rest bleibt aber Serie‘ kam mir Anfang 2024 die Idee vom Breitbau. Meine Inspirationen dafür sammelte ich auf der Rennstrecke am Nürburgring. Die Cup-Rennwagen und die leistungsstarken Motoren hatten sofort meine Aufmerksamkeit. Jedoch war es mir wichtig, dass mein 2er sich sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der öffentlichen Straße beweisen kann. Ich wollte als Kind nicht Krankenschwester oder Erzieherin werden, mein Traumberuf war Motorsportlerin. Das bin ich zwar nicht geworden, doch es ist jetzt mein Hobby.“

Der Umbau des Kompaktkrachers in Richtung Track Tool begann nach Bestellung eines Manhart-Widebodykits im April 2024 und sollte voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern. „Leider entpuppte sich die angeblich auf Tuning spezialisierte Werkstatt als totaler Reinfall. Zeitlich wurde es extrem hinausgezögert, es wurden sowohl Teile des STXA-Fahrwerks vergessen einzubauen als auch andere falsch eingebaut. Zudem erhielten Teile den falschen Farbton, weshalb nachlackiert werden musste. Im Oktober 2024 konnte ich mein Auto nun endlich abholen, jedoch mit weiteren unliebsamen Überraschungen“, schildert Linda ihre denkbar schlechten Erfahrungen. Denen sollten jedoch gute folgen: „Sehr zeitnah brachte ich mein Auto zu Rennhärte nach Plaidt, die sämtliche Korrekturarbeiten leisteten und die Performance abstimmten. Nach nunmehr zehn Monaten Kopfschmerzen war mein Auto endlich fertig und komplett legal. 2025 sind wir nun voll durchgestartet, es ging auf sämtliche Tuningevents, auf Messen, und auch die ersten Runden auf dem Nürburgring sind wir bereits gefahren.“

Mit dem STXA-Gewindefahrwerk näherte sich der 2er zweckdienlich dem Asphalt.

Schließlich hatte die Grüne Hölle zum Stil des Coupés inspiriert, da war ein aktiver Besuch nur konsequent. Und dort konnte der M240i durch Breitbau, 20-zöllige Yido Performance „Forged+R RS1“, Clubsportbügel mit Doppel-X-Streben, Clubsportteppich und -netz nicht nur optisch punkten – dank seiner Leistungssteigerung durch AC Schnitzer auf 400 PS und 600 Nm rauschte der 1500-kg-Flitzer erfreulich flott über den Ring. „Mit der auf unter vier Sekunden verbesserten Beschleunigung von 0 auf 100 km/h waren vielversprechende Rundenzeiten drin, die auf 270 km/h angehobene Höchstgeschwindigkeit habe ich unter anderem mehrfach auf der Autobahn erreicht“, blickt die Motorsport-begeisterte Linda auf eines der Saisonhighlights zurück. Weitere werden noch dieses und nächstes Jahr umgesetzt: „Da an meinem Auto optisch nun so gut wie nichts mehr im Serienzustand ist, geht es in Zukunft mehr ans Technische. Einige Umbauten sind bereits in Planung, wie etwa eine Abgasanlage, ein besseres Fahrwerk, mehr Pferde unter der Haube oder weitere Carbonteile.“

Bitte einsteigen! Linda genießt jede Fahrt mit dem M240i.

Damit hat das BMW Coupé nicht nur eine lange Geschichte hinter, sondern auch noch vor sich. Darüber hinaus ist der Wagen tatsächlich einmalig: „Der Tuner Manhart hat mir offiziell bestätigt, dass mein M240i der erste, einzige und zugelassene F22 mit dem Breitbau-Kit in Deutschland ist. Ich bin stolz darauf, so ein Auto zu fahren und verliebe mich einfach jeden Tag aufs Neue in den 2er.“

Text: Arild Eichbaum
Fotos: Frank Schwichtenberg

Feature Facts: 2019er BMW M240i F22

Motor: BMW R6 B58B30, AC-Schnitzer-Leistungssteigerung, 400 PS bei 6000 U/min, 600 Nm bei 3000 U/min

Kraftübertragung: Achtstufen-Automatikgetriebe, Hinterradantrieb

Fahrwerk: ST-Suspension-„STXA“-Gewindefahrwerk

Räder: Yido Performance “Forged+R RS1” in Silber in 9,5J x 20 ET 18 Deep Concave vorn und 11J x 20 ET 30 Super Deep Concave hinten; vorn 40-mm- und hinten 10-mm-Spurplatten

Reifen: Michelin „Pilot Sport 4S“ in 245/30 R20 vorn und 295/25 R20 hinten

Karosserie: Alpin-Weiß, KPMF-„Crystalline White Matt“-Folierung, Maxton-Cup-Frontlippe, Motorhaube im M4-GTS-Stil, Manhart-Widebody-Kit, Rückleuchten im M4-GTS-Stil, original BMW-M-Performance-Vollcarbon-Heckspoiler, Zaero-Heckdiffusor

Interieur: sämtliche Zierleisten aus Dry Carbon, Clubsportbügel mit Doppel-X-Streben, Rückbank entfernt, Clubsportteppich und -netz

Satte zehn Zentimeter pro Seite verbreitert der Manhart-Widebody den F22.
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